Übergewicht

Übergewicht

Ich besitze nur einen Spiegel in meinem Einmann-Haushalt. Der ist mehr oder weniger zum Richten der Haare. Ansonsten – schon in Ordnung! Vor einiger Zeit wollte ich an einem Familien-Festessen teilnehmen – und der oberste Hosenknopf ließ sich nicht mehr schließen. Auch nicht, wenn ich ausatmete und den Bauch einzog. Da ließ sich in der Kürze der Zeit nichts mehr machen. Der Gürtel fasste noch auf dem letzten Loch. Wenigstens das!
Meine Schwester fragte mich spöttisch:“ Brauchst Du nicht mal eine neue Hose?“ Ich sage deshalb „spöttisch“, weil sie nicht erwähnte, daß ich dicker geworden bin!
Das war der letzte Anstoß.

Ich erinnerte mich an meine Jahre als Biochemiker an der Universität, an die Rolle der Kohlenhydrate in der Ernährung und die unserer Altvorderen als Mammutjäger. Unsere Vorfahren hatten sich ja hauptsächlich von tierischen Fetten und Eiweißen ernährt. Wenn sie ihn fanden, auch von etwas Honig.

Pilze nahm ich ja – jeden Tag, so an die zehn Gramm Shii-take. Vorbeugend gegen Herz-, Kreislauferkrankungen.

Nun nahm ich eine kohlenhydratarme Diät. Keine Nudeln, keinen Reis, keine Kartoffeln, viel Blumenkohl, Kohlrüben, Grünkohl, keine Mohrrüben, nicht weil sie kohlenhydratreich sind, sondern weil ich sie um`s Verrecken nicht mag. Ich aß nur noch ein halbes ausgehöhltes Brötchen zum Frühstück. Alles andere wie Fleisch, Wurst, Käse, Butter usw. zur Genüge, aber nicht genug. Ein bisschen Hunger muss sein. Das ganze Gerede von „Nicht so viel Cholesterin essen“ ist ja sowieso alles Quatsch, ich esse jeden Tag zwei Eier – bei Cholesterinmessungen ist noch nie etwas herausgekommen.

Und natürlich nahm ich hauptsächlich Igelstachelbart und Klapperschwamm, so an die zwanzig Gramm. So nun kam die Waage ins Spiel. Ich kaufte mir eine und – ich wog mich jeden Morgen.

Jede Woche las ich so ein Viertelpfund weniger ab. In einem halben Jahr, um die sechs Kilo.
Nun habe ich mein Normgewicht erreicht – fast. Aber der Knopf geht wieder ganz bequem zu.

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