Besuch von der taz

Besuch von der taz

Die taz-Redakteurin für Reise und Interkulturelles Edith Kresta wollte eine Kolumne zu dem Vademecum und mit mir machen – so verabredeten wir uns für den Sonntag. An diesem Tag nieselte es, aber das hat uns nicht abgehalten, nach Laeven zu fahren. Gleich wo wir standen wuchsen an einer Birke hoch über uns zwei Birkenporlinge. Da waren wir bei der Geschichte, wie unser Vorfahr Ötzi schon vor 5300 Jahren von der Heilwirkung von Pilzen wusste.

Zwanzig Meter weiter fanden wir Austernseitlinge und die Gelbstieligen Muschelseitling an einer Kastanie und an liegenden Ästen. Das sind heute gewachsene Heilpilze und wohlschmeckend sind sie auch.

Da sie keine Ahnung von der Heilwirkung und von Pilzen überhaupt hatte, fragte Sie mich ein „Loch in´n Bauch“. Von dem Gletschermann, über die Alten Chinesen, von der Hexenverbrennung bis zu unserer Neuzeit, in der Heilpilze gegen Pharma- und Lebensmittelindustrie ankämpfen, in der die Heilpilze sich als Nahrungsergänzungsmittel durchschlagen, musste ich erzählen.

Dann sahen wir die Judasohren – sie (ihr Mann war dabei) waren überrascht, dass sie essbar und dass das die schwarzen Stücke sind, die Delikatesse aus dem Chinarestaurant. Und dass sie darüber hinaus gegen Tinnitus und Migräne eingesetzt werden.

Verblüfft waren die beiden, dass ein Pilz solche Formen annehmen kann, als ich ihnen einen Goldgelben Zitterling zeigte und dass er einen so schönen Namen hat. Erstaunen rief hervor, als ich erzählte, dass Zitterlinge zu den Heilpilzen gehören und dass sie für Süßspeisen verwendet werden und als Aphrodisiakum und Schönheitsmittel dienen.

Herr Kresta fand dann, verdeckt von Blättern auch noch verspätete Waldfreundrüblinge, die auch in einen kleinen Beutel wanderten, in dem einige der vorher gefundenen lagen. Diese wollten sie zum Abendbrot braten. Welch ein Vertrauen in mein Wissen, es war ja möglich, dass ich spinne.

Wir machten Schluss mit der praktischen Vorführung meiner angebotenen Ganzjahreswanderungen und fuhren zu mir. Hier wollte Frau Kriesta sehen, wie ich lebe und arbeite. Ich zeigte ihr meine Pilz- und Präparateausstellung – mein Zimmer, in dem ich meine Kunden berate und bis zu zwölf Heilpilze empfehle. So an die fünfhundert sind es, die mit sechzig Krankheitsbildern von Erkältungen über Haut-, Autoimmun- bis zu Krebsnachfolgeerkrankungen benachteiligt zu mir kommen. Bemerkte auch, dass ich mit einem Arzt aus Sömmerda zusammenarbeite und es einige Ärzte gibt, denen ich Heilpilze empfehle, weil sie mit ihrer Weisheit nicht weiterkommen. Ein großer Fortschritt, abseits Pharmalobby.

Aus den vorgesehenen fünf Minuten wurden vierzig und sie verabschiedeten sich mit der Absicht, mal wieder vorbei zu kommen.

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Frage von Christa |

Lieber Herr Dr. Kurth,
Es freut mich zu hören dass es immer mehr Menschen werden, die sich für die Schätze der Mutter Erde interessierdn. wen es erst mal gepackt hat, den lässt es auch nicht mehr los